Detailsuche

Stöbern
bis 30 cm 31 - 60 cm 61 - 100 cm 101 - 150 cm 151 - 200 cm über 200 cm Preis

Kunstberatung
Kunstdienstleister

Kuratierte Kunst
Tipps der Redaktion

Hilfe / FAQ
AGB
Was ist artbynow?


English







Datenschutz
Presseinformationen
Impressum

Simon Schade


Deutschland
0173693294

http://www.simon-schade.de

Kunstart: Malerei
Technik: Ölmalerei
Stil: Realismus


Vita / Lebenslauf:
Simon Schade


- geb. am 25.6.1959 in Dresden

- Studium der Plastik an der Hochschule für bildende Künste in Dresden.
Vor dem Studium - abgeschlossene Berufsausbildung in zwei Handwerken.

- 1984 Geburt des Sohnes Jacob

- 1985 Entdeckung der komplexen Formbeziehung zwischen Kopf & Hand und der Universalität von Schwangerschaft und Geburt

- 1987 aufgenommen im damaligen Verband bildende Künstler, später im Künstlerbund

- 1988 Erste Personalausstellung in der Hochschule für bildende Künste Dresden.

- Seit 1991 Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten in die Bereiche Film und Musik.

Entwurfsarbeiten für ein plastisch anspruchsvolles Ofendesign.

- 1994 Ãœbersiedelung nach Mecklenburg in ein historisches Herrenhaus.

- 1998 Entdeckung der zwillingshaften Symmetrie, der Spannung zwischen Vorder- und Rückseite der Bilder.
Das macht Bilder möglich deren Bildsignal eine Kontur hat und dem Bildträger eine schon philosophische Transparenz gibt.

- 1999 Glasbilder, freistehende transparente Bilder, Malerei zum Umschreiten; sie sind im Inneren über Lichtwellenleiter beleuchtbar und können ca. 2m - 4m hoch sein.

- 2000 neuer Ansatz für große Skulpturen, eine Aktivität des Raumes beginnt plastisch und figürlich sichtbar zu werden - Raumdruck

- 2001 überlebensgroße Kuhskulptur für Agrargenossenschaft und Dorf Kreckow

Wenn wir den Respekt vor dem Tier verlieren, dann auch den vor dem anderen Menschen.

- 2002 " Frau mit ergriffener Mitte " Skulptur h : 326cm 2002-2003: die enorme Kraft der Senkrechten, einer inneren Achse, macht den Raum zum Träger des Seins.

Entwürfe für eine große Pferdeskulptur: Sichtbarwerden der Wechselverhältnisse zwischen Tier, Mensch, Bewegung und Erde.

" Mit dem Nichts springendes Pferd " Studien zu einer großen Tierskulptur.

- 2003 " Hockender Mann " Skulptur h : 250 cm : Der Raum in hockender Faltung, unter gestischem Druck.



- 2004 " Radfahrer " Skulptur h : 330 cm : Der Radfahrer entsteht aus einer dynamischen Trichter- Strudelform, wie eine Anatomie der Kugel, die dreidimensional entwickelte Drehbewegung führt zur Entstehung des Radfahrers.

" Anhaltendes Pferd " Skulptur h : ca . 330 cm : Der Bewegungsübergang von Tier zum Erdboden führt zu einer plastischen Gegenkraft von unten.

" Hockender " Skulptur h : 260 cm : Das Hocken als Keimform schafft Raum für die Entfaltung eines Menschseins aus der dreidimensionalen Krümmung.
Wie ein Sichentwerfen.

" Vier Kinder " 4 Skulpturen h : von 130cm - 180 cm : Der Bewegungsansatz schwingt in einem Strudel, der Raum erhält im impulsiver Übergang zum Körper skulpturale Bedeutung.

-2005 " Aufrichten" h: 360cm Entdeckung der Membran als plastische hochaktive Grundform, in der Raum und Körper elementar in Erscheinung treten können, möglich werden.

" Bewegungsmembran" h: 440cm Eine ellyptischeGrundform wird axial in der Vertikalen verschoben und öffnet sich als Membran für die dreidimensionale Bewegung, in der Gestalt aus eigenem Grund erfahrbar und möglich wird.

" Frau mit ergriffener Mitte. " 2002 h:326cm als Steinguß im Barockpark des Vorpommerschen Künstlerhauses - Herrenhaus Heinrichsruh - ideal aufgestellt.

-2006 Mit vielen " Studien für Großskulpturen " die Körper und Raum schaffende Kraft der plastischen Membran erst eigentlich begriffen.

Die Membran ist eine der Grundformen unserer Welt, in deren plastischer Spannung die menschliche Gestalt, Gestalt überhaupt sichtbar werden kann und nicht behauptet wird.

Eine der Grundformen der menschlichen Bewegung wie das Gehen, wird begriffen als Einheit mit der Landschaft, dem Boden der begangen wird und beides geht und auseinander hervor.

" Wagen " h: 450cm Versuch mit der Beweiskraft der künstlerischen Form etwas von der noch unausgelotete Beziehung zwischen Mensch und Tier sichtbar zu machen.



- 2006 bis 2007 " Tanz " zwei Skulpturen h: 330 cm im, nach den Arbeiten benannten, Skulpturensaal des Vorpommerschen Künstlerhauses - Herrenhaus Heinrichsruh


Tanz 1: die Bewegung entsteht als Durchdringung einer senkrechten Achse

Tanz 2: die Bewegung entsteht als Abstoßung um eine senkrechte Achse

" In Sich " h: 360 cm ein Schritt bewegt einen Raum in dem ein Mensch sich entwirft.

" Öffnung einer Kugel " h: ca. 430 cm ein gleichzeitiges Sichverhalten in drei Raumrichtungen, wobei ein Vorher und Nachher in sich geschlossen bleibt, ein sich entwerfendes Sein in beidem erscheint.

Arbeiten in privatem - und öffentlichem Besitz

Arbeitsschwerpunkt sind Skulpturen für den städtebaulichen Raum und die Landschaft.



Aktivitäten / Ausstellungen:
WAS IST RAUM ?

Bildkünstlerische Grundlagenforschung eines Bildhauers
Werkstatt der Ansätze

BEWEGUNG, RAUMDRUCK UND MEMBRANE


Manche Betrachter meiner Arbeiten stehen etwas ratlos da.
Ihnen fehlt offensichtlich eine Brücke von ihrer Wirklichkeitserfahrung zu der Wirklichkeit eines künstlerischen Formwerkes, das eine Durchdringung des Wirklichen erlebbar in der Schwebe hält.
Die bekannteste Brücke ist die Naturähnlichkeit, das Abbild, das Wiedererkennen.
Auch mit allen möglichen Irritationen bleibt die Übereinkunft mit dem was bekannt ist und dem was wiedererkennbar gegenüber steht stabil.
Die großen Beispiele des gelungenen Übergangs von der Naturähnlichkeit zu starker und hochabstrahierter künstlerischer Form sind bis auf spezielle Ausnahmen hundert bis einige tausend Jahre alt.
Menschsein artikuliert sich heute aus ganz anderen Spannungen, steht in ganz anderer Gefährdung.
Dennoch versagt die Naturähnlichkeit großenteils als Brücke zwischen Betrachter und Formwerk, weil sie ein Sichtbarwerden und Erkennen heutigen Menschseins mit einem einfachen Wiedererkennen verdeckt. Das geschieht natürlich auch bei den alten Meistern, nur sind deren Formwelten mit einer dieser Zeit gemäßen Ablesbarkeit direkt mit der bekannten Wirklichkeitserfahrung gekoppelt.
So ist z.B. in einem Portrait von Piero della Francesca die Perlenkette am Hals einer Frau in Rhythmus und Richtung in Beziehung zu den Bäumen am Horizont der Landschaft und dann noch mit der gewunden kreisförmigen Lage des von Bändern gehaltenen Haars u.s.w. .
Damit werden nicht nur die Hals und Gesichtsflächen formal höchst klar mit der Landschaft verbunden, sondern mit der Perlenkette erfährt die Frau einen Teil ihres Glanzes in der Welt, ihrer Ausstrahlung; wird sie eine trennende und verbindende Eigenheit ihres Wesens, denn die Kreisform der Perlenkette steht im Klang mit der Gesichtsform und auf einmal sieht man viel mehr als eine Perlenkette, es wird ein Blick in die Tiefe eines damaligen Menschseins und des Menschseins überhaupt u.s.w. .
Diese Möglichkeiten können nur noch kopiert werden und treffen gewiss nicht
die heutigen Fragen.
Geblieben und universell ist eine Ablesbarkeit der im schaffenden Formerlebnis zugekommenen den Menschen betreffenden Gehalte.
Mir scheint, der Mensch heute konstituiert sich viel weniger als früher im Gewerke einer Verantwortung, als Handelnder in der Sozialisation, in der Familie u.s.w. , es scheint als nähme er sich langsam zurück.

Eine Ãœbereinkunft, das ist der Versuch .

Etwas verstehen von der Welt, ist ein Grundbedürfnis.
Es ist eine tiefe, gewachsene Ãœberzeugung, dass im Erleben der künstlerischen Form, als Betrachter und als Macher, ein Frage – Antwortraum im gegenwärtigen Welt- und Menschsein geöffnet wird, im Formerlebnis die Instrumente der Klärung und des Erkennens wirken.

Die Wahrnehmung der Beziehung zwischen Ich und Welt, Körper und Raum ist einer der ersten Seinseindrücke die wir empfangen.
Unsere Welt ist möglich, durch die Kraft und die Spannung zwischen hochdifferenzierten Körpern und den sie durchdringenden und umgebenden Raum.
Das ist der Alltag unserer Wahrnehmung, unserer Orientierung im Raum, in dem uns die Dinge der Welt als Gegenüber erscheinen, sogar wir uns selbst.
Diese Gewissheit ist scheinbar.
Immer wieder unternehme ich einen geistigen Flug zur Erde aus dem Kosmos, von dem aus unser im unfasslichen interstellaren Raum schwebendes Planetensystem wie eine Häufung von Elementarteilchen aussieht.
Mit der weiter zunehmende Annäherung vergrößert sich der Wahrnehmungsausschnitt: der blaue Planet, der Kontinent, das Land, die Stadt, die Straße, der Mensch im Auto, die Hand in der Sonne auf dem Lenkrad, die Hautoberfläche, die Makrostruktur der Haut, die Zelle, das Molekül, dann die atomare Struktur, die in dem gleichen unendlichen Raum verloren schwebt, wie zum Beginn des Fluges die Erde, die Planeten.
Unser Menschsein ist aufgespannt, zwischen der Unendlichkeit in der wir uns befinden und der immer wieder durchbrochenen Grenzenlosigkeit die in uns, scheint es, aufgebaut ist, die wir sind.
Eine Transparenz des Seins.
Selbst die ersten Spuren der Höhlenbewohner an den Felswänden, wenn sie der Kontur einer Hand nachfuhren und so die Spur eines Seins als Zeichen hinterließen, befasst sich schon intuitiv mit innerem und äußerem Raum.
Aus starker Form gearbeitete Kunst aller Zeiten, stellt die Fragen und gibt die Antworten aus den vollzogenen Spannungen heraus, in denen unser Sein hervorgeht und erweitert die Wahrnehmung.
Der Flug aus dem Kosmos gibt schon die Ahnung: wenn nun der Flug noch weiter geht, ist dann nicht alles was eben noch das Dinghafte ausmachte, Raum. Verschwinden nicht, bei weiterer Annäherung an die Substrate dieser Welt, die letzten Spuren einer Materie ?
Der folgende logische Ansatz unterstützt das: Wenn es einen letztendlichen Grundzustand des Materiellen geben sollte, dann kann er kein dinghaftes Sein haben. Denn alles Dinghafte ist teilbar und somit nicht das letzte.
Die neuere Physik scheint das zu bestätigen.
Doch was ist dann Raum, wie entfaltet er sich und woher kommt die Körperlichkeit der Dinge ?
Ein Raum, leer, ohne Körper ist vorstellbar, doch ein Körper ohne Raum nicht.
Der Weg durch die Raumdimensionen, von der ersten bis zur Ausdehnung unserer Welt ist spannend und wirft die Frage auf: was wären wir und unsere Welt, würde sich eine Raumdimension mehr entfalten ?

Deutlich wird das mit einer Abstraktionsvorstellung der Erde und von allem das sich abgrenzend eine Oberfläche hat – der Kugel.
Die Kugel ist ein weithin unterschätztes und noch gar nicht in der Konsequenz begriffenes Phänomen.
Wie ist es möglich, dass etwas niederdimensionales wie die Kugeloberfläche, etwas höherdimensionales wie den Kugelinnenraum umhüllt ?
( Jeder Punkt auf der Kugelfläche ist mit zwei Raumrichtungen zu beschreiben, aber im Inneren der Kugel sind drei Koordinaten notwendig. Und natürlich Zeit, um zu wissen wann etwas wo ist. )
Die Kugel ist eine Abstraktion von allem das gegenständliches Sein hat, sich bewegt oder bewegt werden kann, eine zum Gegenstand zusammengenommene, autonom gewordene Oberfläche, eine Grenze, ein Zeichen für die Körperlichkeit unserer Welt, auch der eigenen.
Diese Oberfläche ist immer einmalig, selbst als Vorstellung, sonst wäre sie nicht Ergebnis einer Abgrenzung.
Diese Abgrenzung muß in bisher unbekannter Weise eine Herkunft aus dem von der Kugelfläche umschlossenen Raum haben, als ob der dinghaft umschlossene Raum die Körperlichkeit hervorbringend trägt, also auch uns.
Die Kugel ist ein Zeichen für die Welt und die Dinge, für das was sich uns gegenüber abgegrenzt hat, um dann Körper zu werden, die Möglichkeit für jede Erscheinung. ( Welche Vorstellung hätte ich von meinem Kopf ohne Spiegel und dem Angesicht anderer ? Platons Höhle )
Die Kugel stellt komplex die optimale Erscheinung von Körperlichkeit dar. Die Kugel hat unendlich viele Symmetrieebenen, Ebenen durch ihren Mittelpunkt, sie ist Dreh- und Punktsymmetrisch.
Von allen Körpern umschließt sie bei kleinster Oberfläche das größte Volumen.
Die Oberfläche einer Kugel kann nicht auf einer Ebene ausgebreitet werden und genauso kann sich keine Fläche zu einer Kugel schließen. Wie ist dann aber die Kugel überhaupt möglich ?
Das würde bedeuten: die Kugel, damit Ausdehnung und Körperlichkeit kann nur von Innen, als Entfaltung von Etwas möglich sein, wie von einem Mittelpunkt.
Wenn unendlich viele Punkte den gleichen Abstand zu einem Mittelpunkt haben, entsteht eine Kugelfläche.
Was ist also ein Körper und was eine Oberfläche ?
Eine offene Frage. Mir konnte sie noch niemand beantworten.

Die erste Voraussetzung um im Raum zu agieren oder ihn vorzustellen ist, das er erst einmal da sein muß, genauso ist es bei der Begegnung mit den Festigkeiten der Welt und dem sich Verhalten in der Zeit. Das A Priori von Raum, Zeit und Materialität, kommt vor aller Wahrnehmung und Vorstellung.
Eine Erklärung dafür bietet die als gesichert geltende Theorie vom Urknall. Raum war nicht plötzlich da, sondern entfaltete sich aus der ungeheuren Punktförmigen Energieverdichtung gleichzeitig überall und zog gleichsam Materialität und Zeit mit sich.
Die Frage ist wo begann der Raum, Raum zu sein, hat er überhaupt ein Sein oder ist durch ihn Sein erst möglich ?
Und immer wieder die Frage, was ist Raum ?
Der Denkakt, den dreidimensionalen Raum, den Würfel und konsequenter die Kugel überhaupt vorstellen zu können, ist die zweite Voraussetzung für unsere Wahrnehmung. Die freie Orientierung im Raum ist nur über eine ständig verifizierende Ortung über die drei Koordinaten des Raumes möglich, eine hochkomplexes Interagieren zwischen den Sinnesorganen und der Auswertung der Informationen durch ein Hirn. Deswegen ist Wahrnehmung ein Denkvorgang.
( Tiere müssen im Ansatz, passiv die Strukturen des Raumes ebenso wie wir vollziehen, sonst könnten sie weder wahrnehmen, noch reagieren.)

Hier zeigt sich ein weiteres ziemlich gravierendes Phänomen.
Wenn ich auf der vorgestellten oder einer realen Kugel eine Linie ziehe, dann umrundet selbst nur diese eine Raumdimension den dreidimensionalen Kugelraum und als würde das noch nicht ausreichen, verschwindet diese Linie mit ungefähr der Hälfte des wahrgenommenen Körpers aus unserem Blickfeld.
Die abgewandte Seite der Kugel sehen wir nicht, selbst wenn wir um diese herumgehen oder sie drehen, die ungefähre Hälfte ist immer wieder, nicht nur, dem Blick entzogen.
Weil wir eher die Fläche der Kugel als ihre Gesamterscheinung wahrnehmen, und damit auch die aller Wesen und Dinge der Welt, als die Kugel oder die Wesen und Dinge als komplexer Raum, verfügt unsere Wahrnehmung nicht über die volle Entfaltung der drei Raumdimensionen und damit der Körperlichkeit uns gegenüber und der unserer selbst.
Die Materialität verstellt uns den Blick, selbst bei einer Glaskugel.
Wir kommen nicht um die Dinge herum. Nur in der Bewegung erfahren wir unsere Dreidimensionalität.
Dem platonschen Höhlengleichnis ähnlich ( die Reduktion der Welt zu wandelnden Schatten an der Felswand ist gar nicht notwendig ) könnten wir unsere Körperlichkeit und die der Welt nicht erkennen, als Wesen, die bewegungslos nur den naheliegendsten Ausschnitt der Welt in einem starren Blick haben. Es wäre alles nur ein Bild.

Die Erkundung der Weltoberfläche geschah bereits mit der antiken Seefahrt, mit der Kosmologie der Renaissance, der Weltraumfahrt, mit Satellitenbildern aus 10.000 m Höhe, die dann zum Flug um den digitalen Globus zusammengesetzt werden (Google Earth).
Die sezierende Betrachtung der Welt bringt scheinbar stetig neue Oberflächen ans Licht, dringt nie ganz in den Raum vor.
Wenn aber die Zweidimensionalität einer unregelmäßigen, bewegten Oberfläche bewiesen werden soll, entsteht ein Widerspruch ( Auch schon wenn die Kugel z.B. aus Holz ist ). Um das Koordinatensystem an wirklich messbaren Punkten anlegen zu können, muß der Wahrnehmungsausschnitt so lange erweitert, vergrößert werden, bis eine messbare Oberfläche erscheint. Das wird aber nie der Fall sein, da sich die materielle Welt bei näherer Betrachtung immer in ihre Struktur auffasert.
Letztlich ist damit jede Oberfläche unendlich, obwohl sie nur einen bestimmten Raum umschließt. Wie der Flug aus dem Kosmos zeigt.
Auch auf diese Weise trägt der Raum die uns erscheinende Dinglichkeit.
Ein unheimliches Rätsel.

Oder ist möglicherweise die in eine kosmische Grenzenlosigkeit sich nach außen bewegende Endlichkeit der wahrnehmbaren, hochdifferenzierten Welt ( der gleiche Gestus, in einem Nichts von Punkt beginnend, den die Kugel als Raum und Oberfläche macht ), gegensätzlich gerichtet zu einer sich entgenzenden fraktal nach innen ausdehnenden Endlichkeit ( wie eine Gegenwelt, mit der gleichen allseitigen Ausdehnung, wo der Raum im Allerkleinsten mit dem Verschwinden der letzten Spuren von Materie dann seine Oberfläche verliert ), die sich dadurch einholt, sich überwunden hat und beide sind ineinandergeschoben oder beide haben einen Ursprung in der vollzogenen Denkbewegung eines Menschen, der wie alles Sein der Welt, derart wie eine Verknotung der konträr gerichteten Unendlichkeit wirkt ?
In der Wirklichkeit ist jede Oberfläche fraktal und bringt in der Annäherung an eine gegenständliche Substanz immer neue Oberflächen hervor, bis zur Auflösung jeder Oberfläche in den Bereichen der Plancklänge, der Quantenphysik, wo aber in unvorstellbarer Winzigkeit völlig andere Gesetze herrschen. Aber natürlich muss es da Beziehungen geben, die wir nur noch nicht kennen.
Wenn es aber diese winzigen Bereiche des Wirklichen gibt, wo jede Oberfläche verschwindet, also das Gegenstandsein, dann muss es so etwas wie eine Schwelle geben die dabei überschritten wird.
An welche Schwelle verlieren die Dinge ihre Oberflächen und treten in nur räumlich-energetische Beziehungen ein?
Sind an dieser Schwelle die Raumdimensionen miteinander verbunden?
Wie verhält sich dazu das Kugelmodell ?
Was bleibt wenn so ein Kugelraum seine Oberfläche verliert ?

Ich stelle mir diese Situation wie zwei umgekehrt ineinandergeschobene, sich stetig parabolisch ausdehnende Trichter vor, wo der Ursprung des einen Trichters in der Mitte der jeweils größten Ausdehnung des anderen ist, fortlaufend, sich unendlich der Kugel annähernd..
Und dort wo die gegenläufig durchdringende Ausdehnung der Trichter sich in einer Mitte zu berühren scheinen, den eigentlichen gemeinsamen Ursprung haben, leuchtet unsere Wahrnehmung auf, geschieht subjektiv gerichtete Bewegung, Leben.

Die Kugelfläche kann als Oberfläche oder auch als Raum betrachtet werden, einmal von außen und einmal von innen.
Der Kugelmittelpunkt ist ein Sonderfall in der Verortung, er ist mit nur zwei Koordinaten ( zwei Radien die sich kreuzen ) erreichbar, aber nicht die anderen Raumpunkte der Kugel.
Nur die Oberfläche wieder genügt sich zweidimensional, wie eine zentrifugale Vermehrung des Mittelpunktes und der nulldimensional ist oder als unendlich dünne Linie eindimensional.
Damit wäre die Kugelfläche Ergebnis der entscheidenden Erweiterung, Ausdehnung der Punktdimension zur Kugelfläche durch den dreidimensionalen Kugelraum hindurch, wobei die Kugelfläche auch mit eindimensionalen Linien beschreibbar ist, als im Mittelpunkt zentrierte Abfolge unendlich vieler Durchmesser. Also der eindimensionale Kreis unendlich in der Kugelfläche enthalten ist.
Dabei spielt allerdings der Radius eine große Rolle, denn er lokalisiert den Mittelpunkt und Ursprung der Kugel.
Der Mittelpunkt scheint sich bezüglich zur als Kugelfläche zusammen -genommenen Punktmenge dimensional erweitert, vermehrt zu haben.
Das Zweidimensionale umschließt dann ganz logisch das Punktdimensionale
( oder vielleicht ist der Punkt vielmehr eigentlich nichts, ein Nichts das am Anfang unserer Raumvorstellung steht und mit dem unser Begriff von Körperlichkeit beginnt, ein Nichts aus dem wir kommen und in das wir wieder gehen? ).
Damit dieses Umgreifen des Mittelpunktes möglich ist, muss aber ein dreidimensionaler Raum durchmessen werden.
Also enthält die Kugelfläche, die Punktdimension, die erste Raumdimension und umgreift zwei Raumdimensionen, eine mit nur einer Ausdehnung, der Mittelpunkt auf den sich alle Kugelflächenpunkte radial beziehen und eine höherdimensionale mit drei Ausdehnungsrichtungen, den Kugelraum. Verblüffend.
Wie ist das möglich und warum ist das so ?

Als Konsequenz dieser Überlegungen kann unser Körper- Raumbegriff hinterfragt werden: In wieweit ist unsere Wahrnehmung von Körper, Raum, Zeit und Materialität eine reine Vorstellungsleistung in der wir unsere Welt zu großen Teilen in ihrer Entfaltung aus den Bedingungen der Vorstellung heraus produktiv erleben oder ist unsere Vorstellungsleistung ein A priori dem wir mit den Erscheinungen der Welt erst begegnen?

Verblüffend ist, daß man annehmen kann, der Kugelraum sei unendlich und genauso die Formen die seine Grenzfläche annehmen kann, ohne jemals die Endlichkeit einer Grenze aufzugeben.
Die Möglichkeit der Gestaltwerdung einer Oberfläche hängt ja mit der Unendlichkeit der Möglichkeit des Kugelraumes, oder des Raumes überhaupt zusammen.
Wie groß kann die Kugel werden, oder wie groß ist sie, möglicherweise die gleiche Frage ?

Raum als das zu verstehen, was Körperlichkeit möglich macht, erwächst aus synthetischer Erfahrung, aber Raum, der die Körperlichkeit zuerst hervorbringt ist unvorstellbar, jedoch eine Voraussetzung für eine Erklärung unserer Welt und eine künstlerische Erfahrung.

Immer wieder versuche ich mich auf die Ursprünge dessen, was Bildhauerei, Zeichnung oder Malerei eigentlich und heute sind, zu besinnen.
Dabei sind mir bereits die beiden gegenläufigen Trichter als Form der sich dem Raum öffnenden Kugel ( oder wo Raum seine Oberfläche verliert ) oder eines sich dem Raum öffnenden Loches, intuitiv begegnet.
Wie kann ich die eminent plastische Grundbeziehung unseres Seins, die der Körper zum Raum, mit den heutigen Fragestellungen künstlerisch gegenwärtig seiend sichtbar machen, daraus entstehende Fragen beantworten ?
Mit handwarmem Wachs zwischen den Fingern Möglichkeiten bildend, was bildhauerisch überhaupt sein kann, entstand im ergriffenen Raum der Hände, ganz von selbst, etwas mir begegnend Neues: wie ein bildhauerisches Material einen Raum umschließt und dabei selber zum Raum offen bleibt. Eine Grunderfahrung die ich mir erstmal auf den Tisch gestellt habe, um zu verstehen was ich da gemacht habe, das hat ungefähr ein Jahr gedauert.
Eine Bestätigung etwas Grundlegendes gefunden zu haben erfuhr ich mit den Versuchen auszuprobieren was diese Form noch zulässt.
Eine kleine radiale Verschiebung in diese Form machte sie auch zum Träger einer Keimform des Hockens.
Der Ansatz für die Figur eines hockenden Menschen war gefunden. Daraus entwickelte ich die Skulptur „ Hockender Mann „ von 2003 h: 250cm.
http://www.simon-schade.de/hockmanthumbs.htm

Mit dieser Skulptur vollzog ich in beweiskräftiger Größe, wofür ich den Begriff Raumdruck gefunden habe.
Die Skulptur „ Frau mit ergriffener Mitte „ in der Raum auch körperlich wird, konnte ich in dieser Zeit abschließen.
Der Kristall des Hockens ist wie das Modell einer bestimmten Form des Sichentwerfens in eine Existenz.
Ein Urzustand menschlichen Seins.
( Nach einem großen „ Hockenden „ von 1987, ist das die zweite Annäherung an diese komplexe plastische Struktur.)

Ähnlich wie der Ansatz für die Skulptur „ Bewegungskristall „ 1989 h: 350 cm in der ein choreografisches Komprimat der Bewegungen eines Menschen von einem Tag oder Jahr sichtbar wird oder für die Skulpturengruppe „ Vier Kinder „ 1988 lebensgroß, die Wachstum mit Ichfindung tänzerisch auf einem Weg verbindet oder für die „ Schwangere „ von 1989 h:250cm u.s.w., war bei der Skulptur eines Hockenden die Abstraktion von ganz realen und von allen Menschen wiederholt erlebten Erfahrungen maßgebend.
Hier die existentiellen Drücke, die in verschiedenen Intensitäten ein Leben bestimmen können, in einer nicht bloß gestischen Version sichtbar zu machen. Der existentielle und gesellschaftliche Druck, z.B. Anpassungsdruck ist auch und gerade Raumdruck.
Beim Hocken entsteht bei der Einfaltung des Raumes durch den Körper ein Innenraum, der sich zwischen der Kopf-Hand Beziehung, über die Knie zu den Füßen spannt.
Ein großer Teil dieses gestisch werdenden Innenraumes wird in die Struktur des Körpers des Hockenden selbst einbezogen, als seiner Körperlichkeit gleichwertig. Der Raum agiert wie der Körper.
Wo Oberschenkel und Oberarme sind ist Leere; von der gestischen Membran des Hockens in der Schwebe gehalten, entsteht eine Keimform des Hockens, die universelles Zeichen und zugleich die gestische Aktualität dieses Hockenden mit ergreift, sein Dasein aufspannt, den Kristall des Hockens aus dem Druck des Raumes in der Skulptur errichtet.

Wenn diese Keimform des Hockens noch vor der plastischen Materialität des Hockenden Mannes da war, kann diese als Grundform des Seins - die umschließt und öffnet – mit dem gestisch – kristallinen Habitus über sich hinausweisen, erscheinen in der Dimensionalität des Plastischen und gleichsam in dieses übertreten, menschlich erkennbar werden.
Der Hockende Mann wird durch eine zum Zeichen verdichtete Begegnung von Raum in drei verschieden strukturierten Wahrnehmungstiefen möglich.

These: Der Raum wird über Oberflächen, Membrane in der erfahrbaren Welt fassbar. Voraussetzung ist die Denkleistung der dreidimensionalen Raumvorstellung. Das die Welt umfassende Sein tritt uns durch den Raum hindurch in der Materialität der Erscheinung immer als ein Außen, eine Oberfläche entgegen.
Ich versuche das ernst zu nehmen und besinne mich auf die Membran als körperschaffende Grenze, wobei das Innen des Körperraumes genauso aktiv ist wie sein Außen.

Schon während meiner Studienzeit fühlte ich ein zunehmendes Unbehagen bei der Arbeit an rundplastischen Figuren, sie blieben letztendlich in der Tiefe des Volumens unklar. Eine wirklich überzeugende Bewältigung eines plastischen Volumens in der Tiefe, trotz aller Teilvolumen, Achsen, Richtungen, habe ich bei keiner Skulptur die ich kenne gefunden. Aber ich hatte eine Ahnung von dem was möglich ist und habe schon damals mit membranartigen Raumformen
Versuche gemacht.

Henry Moore und Alberto Giacometti fanden starke Lösungen den Raum in die Skulptur einzubinden.
Giacometti im Verschwinden der Substanz hin zum Sein und Moore in der Öffnung der Skulptur zum Raum.

Mit der Skulptur „ Radfahrer „ 2004 h: 330cm ist es mir gelungen die körperschaffenden Eigenschaften einer plastischen Nuroberfläche, einer
Membran erstmals konsequent sichtbar zu machen.
http://www.simon-schade.de/radfahrer.htm
Denn eine Oberfläche, ist immer Oberfläche von etwas.
Der Mensch in eine Funktion eingebunden, angestrengt in der Fortbewegung agiert aus dem Zentrum eines kugelartigen Raumes.
Plastisch umkreisen sich erweiternde Durchmesser in einer Fahrtrichtung, zu der rechtwinklig eine gespannte Membran entsteht, die sich trichterförmig schließt.
Eine exzentrische Bewertung der allseitigen Symmetrie des Kugelraumes.
Sie erscheint als entlastende und belastende Bewegung des Pedaltretens.
Aber es erscheint eben kein Abbild eines Radfahrers, sondern etwas das wirklich während dieser Bewegung geschieht in der kompaktesten Form mit der Raum zur Erscheinung drängt.

Die plastische Membran spannt hochdifferenziert eine Oberfläche in eine Gegenständlichkeit, zu einem Körper und bringt damit ihr Gegenteil, eine Gegenthese, komplementär wieder eine drängende Oberfläche, aber mit völlig anders gespannter Gegenständlichkeit hervor.
Beide scheinbar identische Raumformen stehen in hervorbringender Beziehung und im unglaublich intensiven Zwischenraum entsteht eine Körperlichkeit, die Herkunft und Bestand aus dem Raum, einem allseitigen Bedingtsein und damit aus sich, erfährt.
Das Sein kann in solchen gesetzten Grundspannungen zur Erscheinung kommen und wird nicht bloß plastisch behauptet.

Ein Sichentwerfen im Raumdruck einer Membran war Ansatz der Skulptur
„ Aufstehen „ 2005-2007 h: 360 cm.
http://www.simon-schade.de/aufstehen.htm


Simon Schade


http://www.simon-schade.de


Wird fortgesetzt.


Schwebende
Skulptur
Gips
230 x 220 x 100 cm
2009
verkäuflich (Preis auf Anfrage)
mehr Informationen

Rennender
Malerei
Gouache
110 x 80 cm
2003
Preis: 2.500 Euro
mehr Informationen

Membran am Ursprung
Zeichnung

110 x 80 cm
2005
verkäuflich (Preis auf Anfrage)
mehr Informationen